Den Kopf meines Blogs ziert nicht zu Unrecht die Grosse Mauer. Die Mauer, das ist China fuer mich. Im uebertragenen Sinne: Imposant. Alt. Verschlungen. Riesig. Facettenreich. Renoviert. Verfallen. Vor allem aber Symbol fuer tausend Jahre Geschichte, in denen das Reich der Mitte dem Okzident technologisch und – teilweise – kulturell weit voraus war.
Die Mauer ist dann auch ungemein beeindruckend. Fuer alle, die einmal laenger als nur ein paar Tage in Peking sind, empfehle ich unbedingt einen Besuch der Mauer in Simatai. Das ist mit vier Stunden Anfahrt zwar deutlich weiter weg, dafuer aber auch nicht touristisch ueberlaufen und insgesamt ein wunderschoener Mauerabschnitt. Nicht restauriert, teilweise gut erhalten, an vielen Stellen aber auch verwittert, kann man dort eine Strecke von 10 Kilometern ueber die Mauer kraxeln. Das alles bei fantastischer Landschaft und vor allem: Stille. Wie laut und manchmal nervig hektisch es in dieser Stadt zugeht, merkt man erst so richtig, wenn es einmal still um einen ist. Permanentes staedtisches Hintergrundrauschen tauscht man dort gegen die Ruhe laendlicher Weitlaeufigkeit. Oder, mal ohne literarische Keule: Mauer ist geil. So geil, dass ich gleich zweimal dort gewesen bin: einmal mit Phil bei fantastischem Sonnenschein, einmal mit Martin, bei herrlicher Winterlandschaft. Den ganzen Vormittag ueber hatte es geschneit, die Wanderung geriet zu einer ganz schoenen Rutschpartie, da man die sTeine unter seinen Fuessen teilweise nur erahnen konnte. Das ganze hatte dabei aber einen unglaublichen Charme. Und wer kann schon von sich behaupten, imaginaere mongolische Heerscharen von der chinesischen Mauer aus mit Schneebaellen vertrieben zu haben? Wir hatten auf jeden Fall einen Mordsspass dabei. Gut auch das Ende von der Tour: Dort stuerzt man sich von der Mauer aus mit einer Art Seilbahn 200 Meter in die Tiefe. Und stellt sich dabei vor, der erste Mensch zu sein, der die Mongolen aus der Luft bekaempft :-)
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