© M. Yamashita

Dienstag, 25. September 2007

Rundumschlag und Reiseplaene














Erst einmal: Sorry dafuer, dass ich so lange nicht geschrieben habe. Aber es gab sowohl fuer die Uni als auch fuer unsere Reisen in den naechsten Tagen unglaublich viel zu organisieren. Da hier die Dinge halt vier mal so langsam laufen, geht dann schon einmal ein ganzer Tag vorbei, ohne dass man am Ende wirklich weiss, was man erreicht hat. Naja, mittlerweile habe ich ein paar Eintraege fuer die vergangenen zwei Wochen ergaenzt, und zur Belohnung gibts auch wieder jede Menge Fotos.

Wie gesagt, Reisen bestimmt im Moment all unsere Planungen. Dabei stehen zwei Grossprojekte auf dem Programm. Morgen Nachmittag fahren wir nach Tianjin, rund hundert Kilometer suedlich von Beijing. Dort ist das Halbfinale der Frauen-WM, Deutschland gegen Norwegen. Wir sind 15 Mann (14 Deutsche und ein franzoesisches Maedel) und haben uns fuer den Tag einen kleinen Bus gechartert. Im Stadion gibt es wohl angeblich keine Fan-Bloecke, die Partien seien zu kurzfristig ausgelost worden. Darum machen wir halt unseren eigenen Fan-Block auf. Felix Schwestern haben aus Deutschland wohl noch einige Fan-Utensilien von der WM mitgebracht, ich habe mein Deutschland-Trikot ja sowieso dabei. Darum haltet also einfach nach der verrueckten 15er-Gruppe Ausschau, ihr seht uns bestimmt im Fernsehen :-)

Am Donnerstag geht es dann direkt weiter. Nach Tibet! Naechste Woche sind hier Nationalferien, die Uni faellt also aus und ganz China ist auf den Beinen. Wir fahren Donnerstag Abend mit dem Zug los, nach 48 Stunden erreichen wir dann mit der hoechsten Eisenbahnlinie der Welt Lhasa. In Tibet haben wir (Olivia, Martin, Peter und ich) dann unseren eigenen Fuehrer (ist verpflichtend!) und unseren eigenen Minibus. Entlegene Bergseen, einsame Kloester, fantastisches Panorama auf bis zu 5.500 Metern Hoehe: Ich freue mich unglaublich auf die Reise. Darum werdet ihr auch in den naechsten Tagen nichts von mir lesen koennen, ich bezweifele, dass tibetanische Kloester Internetanschluss haben. Obwohl, wer weiss?

Noch etwas zum neidisch machen: Ich habe mir gestern alle James Bond Filme, die ersten beiden Staffeln von Lost, Spiderman, Harry Potter, Oceans 13 und King of Scotland fuer etwas ueber 20 Euro gekauft. Hurra!

PS: Ich habe Seegurke gegessen. Voellig ueberbewertet. Sehr teuer und schmeckt eigentlich nach gar nichts!

Verbotene Stadt und Sommerpalast






Ok. Ich habe nicht nur Spass und gehe nicht nur zur Uni, sondern erweitere natuerlich auch meinen kulturellen Horizont. Das Sight-Seeing-Programm haben wir mittlerweile naemlich um die Verbotene Stadt und den Sommerpalast erweitert.

Verbotene Stadt waren wir Sonntag vor einer Woche (Ich weiss, ich haenge hinterher), mit einer von der Uni organisierten Tour. Allerdings sind wir in zwei Stunden da durchgehetzt, ich werde mir das alles im November noch einmal ausfuerhlicher angucken. Um einen ersten Eindruck zu bekommen aber schon einmal sehr imposant. Wie imposant verdeutlicht vielleicht dieser Vergleich: Angenommen, ein frisch geborenes Kind guckt sich jeden Tag seines Lebens ein einzelnes Zimmer in der Verbotenen Stadt an - dann hat es alle Zimmer erst gesehen, wenn es 26 ist!

Was generell allerdings aus touristischer Sicht im Moment nervt sind die Olympischen Spiele. Damit die Stadt im naechsten Jahr auch so richtig schoen glaenzt wird im Moment an so gut wie allen Sehenswuerdigkeiten herumrenoviert. Darum sind sie teilweise verhangen oder ganz geschlossen, wie zum Beispiel das Nationalmuseum oder das Mao-Mausoleum.

Geoffnet hatte dafuer der Sommerpalast, dort waren wir an diesem Wochenende. Eigentlich kein Palast im eigentlichen Sinne, sondern eher eine grosse Parkanlage mit vereinzelten Gebaeuden und Pagoden. Fantastisch zum Lustwandeln und Seele baumeln lassen. Das geht auch hervorragend, wenn man sich ein Paddelboot nimmt und ueber den See faehrt, siehe Foto. Was man auf dem einen Bild im Hintergrund sieht, ist uebrigens das beruehmte Marmorboot. Wie so vieles in China truegt aber auch hier mal wieder der aeussere Schein: Die Aufbauten sind eigentlich aus Holz und marmorfarben angemalt. Pfui!

Die Uni.

Ok, ok, zur allgemeinen Beruhigung: Ich habe hier nicht NUR Spass, sondern ich studiere auch. Wobei: Auch das ist hier Spass. Meistens zumindest.

Die Uni hier unterscheidet sich halt doch recht deutlich von der Uni Koeln. Die Kurse sind in der Regel sehr viel kleiner, Gruppenarbeit, Rollenspiele, Case Studies und Diskussionen haben hier einen viel hoeheren Stellenwert. Dabei ist die reine Qualitaet der Lehre gar nicht mal unbedingt soo herausragend - es geht halt viel um Praesentation, Dynamik, Kommunikation und nicht so sehr um Inhalt. Boese koennte man sagen: BWLer-Getue halt. Freundlich ausgedrueckt: Praxisnah.

Unterm Strich machen die Kurse ziemlich viel Spass - sind allerdings nicht sonderlich kompatibel zu meinen normalen Lerngewohnheiten. Kurse sind immer im Block von dreieinhalb Stunden - das ist schon hart und kontraproduktiv. Schlimmer sind aber die Zeiten: Entweder morgens halb neun bis um zwoelf oder abends halb sieben bis um zehn. Ganz unkampatibel.

Richtig lustig ist der Kurs "Doing Business in China". Den haelt ein total verrueckter Chinese, so Mite 40. Der ist Geschaeftsmann aus Hong Kong und fliegt immer fuer die Vorlesungen ein. Und ist so uunglaublich selbstverliebt, das kann man sich gar nicht vorstellen. Aber es ist halt witzig, ihm zuzuhoeren. Seine "Milliarden" will er dabei unter anderem mit Waschmaschinen, Unterwaesche, Fisch, Oeko-Supermaerkten, Moebeln etc. pp. verdient haben. Letztlich aber ist auch er nur ein Schwaetzer. Ich habe ihn gefragt, ob er mir eine Million geben wuerde, damit ich daraus zwei machen koennte. Seine Antwort: "Yeah, of course. You are young man, very professional. Of course I will give you the money."

Auf das Geld warte ich bis heute :-(

Montag, 24. September 2007

Shengri Kuale! - Geburtstag






Ich habe Geburtstag gefeiert. In Peking - und das gleich doppelt. Am Freitag haben wir in "deutscher besetzung" reingefeiert. Um es kurz zu machen: Viel Alkohol, um sechs Uhr war ich zu Hause. ERstmals konnte ich uebrigens meinem Vater am gleichen Tag zum Geburtstag gratulieren - waehrend mein Bruder sich einen Tag gedulden musste.

Spannender war dann die "grosse" Geburtstagsrunde am Samstag. Zuerst waren wir mit Spaniern, Franzosen, Italienern und Schweden essen. Die waren dann auch definitiv begeistert, wie Deutsche feiern koennen. Seit diesem Abend habe ich neben Lang Lang zwei weitere Spitznamen, die ich meinem italienischen Freund Mirko (ein Italiener wie aus dem Lehrbuch!) verdanke: "Fabio Grosso und Mister Long Noodle".

Dazu sei folgende Geschichte erzaehlt: In China ist es eine Tradition, an seinem Geburtstag eine besondere Suppe zu essen, naemlich eine mit langen Nudeln und einem Ei. Je laenger die Nudel ist, die man isst, um so laenger wird man noch leben. Problem: In meiner Suppe war nur eine einzige, lange Nudel, und die war ganz schoen schwer aufzusaugen. Aber ich habe mich souveraen geschlagen und vor mir liegt nun ein langes Leben. Dabei dachte ich, mittlerweile eh unsterblich zu sein? Dennoch hat die ganze Geschichte fuer einige Irritationen gesorgt. Victorias spaetere Beschreibung fuer die anderen Maedels WAR aber auch missverstaendlich: "Oh, he sucked so hard and even swallowed twice" :-)

Spaeter waren wir dann noch mit 25 Menschen an den Wo Hai. Drei fantastisch schoene Seen im Herzen Pekings. Dort gabs dann endlich auch Geschenke: Einen Inside-Peking-Guide und Gutscheine fuer die Peking-Oper. Wer sich uebrigens wundert, warum ich auf den Bildern eine Krone trage: Auch das ist hier so ueblich, wenn man eine Geburtstagstorte bestellt und unterstreicht nur meinen natuerlichen Machtanspruch. Als letzte Aktion als Kaiser habe ich dann kurz vor Mitternacht noch Frankreich den Krieg erklaert - um kurz danach mit den Franzosen Versoehnung zu trinken. Womit? Eh klar. Rotwein.

Mittwoch, 12. September 2007

Nobelpreistraeger. Diplomatie. Kredit-Angelegenheiten.



Heute war: Aufregend. Extrem aufregend. Positiv wie negativ.

Der Reihe nach: Mit definitivem Schlafmangel bin ich heute vormittag zum Vortrag von Wirtschaftsnobelpreistraeger Phelps gekrochen. Vortrag ist vielleicht etwas uebertrieben, er hat die Ehren-Professur hier bekommen und kurz sein Schaffen vorgestellt. Da hat man allerdings echt gemerkt, dass die Uni Koeln was VWL angeht wirklich nicht schlecht ist. Ich habe so gut wie alles verstanden, was er theoretisch erklaert hat. Auch, wenn es schwierig war, ihm zu folgen. Was nicht etwa an seinem Vortrag oder seinem Englisch lag. Es war einfach ZU bequem um konzentriert zu bleiben. Vergesst Hoersaele, die ihr kennt. Hier ist anders. Gepolsterte, aufgereihte Sitz-Sessel in mehreren Reihen. Dazu leichte Fahrstuhlmusik, die im Hintergrund dudelt. Hoffentlich ist das nicht immer und ueberall so, sonst weiss ich beim besten Willen nicht, wie ich wach bleiben soll.

Ich wollte Phelps dann eine Frage stellen. Leider war die Zeit rum, "One last question please". Die hat dann ein Maedel von ziemlich weit hinten gestellt. Und sie hat EXAKT das gefragt, was ich fragen wollte (Zukunft makrooekonomischer Modelle vor den Ergebnissen der experimentellen Wirtschaftsforschung.) Seine Antwort: "Well, THAT is a very nice question." VERDAMMT. DAS HAETTE ICH SEIN KOENNEN!!!

Extrem positiv dagegen war wieder einmal eine zufaellige Begegnung. Da Chris und ich sehr frueh da waren, konnten wir uns einen Platz in der zweiten Reihe aussuchen. Aus der ersten Reihe dreht sich irgendwann ein Mann um und meint: "Seid ihr Deutsche? Ich bin naemlich deutscher Professor hier an der Tsinghua. Ich bin uebrigens der Berthold." Schon einmal sehr nett. Wird aber noch besser. Es sei gut, dass er uns getroffen habe. Dieses Semester haette er naemlich noch keine Deutschen kennen gelernt. Gut, weil: Die deutsche Botschaft suche wohl immer deutsche Studenten, die sie gerne kennen lernen moechte. Ob wir ihm nicht mal unsere Kontakte geben wollten?
Awesome.

Weniger brilliant war dagegen der Nachmittag. Da habe ich festgestellt: Meine Kreditkarte ist weg. Ehrlich, dieser Tag landet wieder ganz weit oben in der Rubrik "Ereignisreich". Das mit der Kreditkarte ist Gott sei Dank kein Super-GAU, da ich mit ner anderen Karte weiterhin an Geld komme, nur leider nicht mehr kostenlos. Und jetzt ist ein wenig organisatorischer Aufwand noetig, aber auch das haelt sich in Grenzen. Unterm Strich also definitiv ein Aergernis, aber nicht mehr oder weniger.

So, jetzt gehe ich mir erstmal einen Anzug kaufen. Hier kann man ja nie wissen, was die Tage fuer einen bereit halten :-)


Achja, und auf dem Video seht ihr meine Kommilitonen hier bei ihrer Abschlusskundgebung. Es bleibt spannend!


Dienstag, 11. September 2007

Wirtschaft. Verschiedenes.

Ich habe mir gestern fuer 70 Euro einen Laptop bei McDonalds gekauft.


Hey, da soll noch mal jemande behaupten, ich haette nichts gelernt an der Journalistenschule. DAS nenne ich mal einen Texteinstieg :-)

War aber wirklich so. Ich habe mich halt mit diesem Menschen, der mir seinen alten Laptop verkaufen wollte, im McDonalds an der U-Bahn getroffen, weil das ein Ort war, den wir beide halbwegs fluessig aussprechen konnten. Ein weiterer Beleg fuer Voelkerverstaendigung ind globalisierten Zeiten. Dort haben wir den Laptop dann ausprobiert und die Transaktion getaetigt. Und, hey, ich bin restlos zufriegen. Was besseres als das haette mir fuer die zwei Monate hier in Peking gar nicht passieren koennen. Und ich schreibe diese Eintrag jetzt mit meinem eigenen Laptop aus meinem eigenen Zimmer mit meinem eigenen Internet. Die globale Kommunikation hat mich also endlich wieder! Ich freue mich auf regen Kontakt.

Wenn wir schon beim Thema wirtschaften und Preise sind: Hier zwei interessante Vergleichswerte, die einem zu denken geben. Als ich das Geld fuer mein Zimmer hier abgehoben habe (400 Euro) habe ich in meinen Taschen das Dreijahresgehalt (!) eines Wanderarbeiters in Shanghai mit mir herumgetragen. Das ist kein sehr angenehmes Gefuehl. Nun kann man argumentieren, dass fuer uns hier im Wohnheim halt westliche Preise gelten (was definitiv stimmt. Die Zimmer sind masslos ueberteuert!). Allerdings ist das Preisgefaelle auch innerhalb des Landes gravierend.

Nehmen wir als Beispiel einmal die global anerkannte Waehrung Bier. Ich habe gestern Abend in einem Restaurant (naja, einer kleinen Gar-Kueche) fuer eine 0,6-Liter Flasche Bier 20 Cent bezahlt. (Jaa, ich liebe dieses Land!!). In einem relativ edlen Club habe ich fuer eine 0,3 Flasche in Peking auch schon 4 Euro bezahlt. Preisfaktor: Mal 40!
Wette: Derjenige von Euch, der mir als erstes zwei Gastronomie-Betriebe in Deutschland nennt, in denen das gleiche Bier bei gleicher Menge 40mal so viel kostet, gewinnt einen Kasten Koelsch :-)

Die Preisverhaeltnisse hier sind also definitiv verwirrend. Aber, vielleicht bekomme ich morgen ein paar Antworten. Dann naemlich haelt Edmund Phelps, aktueller Wirtschaftsnobelpreistraeger, einen Gastvortrag an unserer Uni.

AWESOME :-)

Donnerstag, 6. September 2007

Bilder statt Bildungsauftrag





Ja, ich habe es lange versprochen, jetzt sind sie also da, die Bilder von meinen ersten drei Wochen in China. Viel ist seitdem passiert und es kommt mir schon viel laenger vor, dass ich im Reich der Mitte unterwegs bin.

Aus Peking gibt es eigentlich nicht allzu viel Neues zu berichten. Eigentlich muesste ich ja fuer die Uni in Koeln meinen Forschungspraktikumsbericht schreiben, das wird sich aber wohl ueberwiegend auf die naechsten drei Tage verteilen. Schließlich musste ich ja unbedingt noch Bilder hochladen. Quasi seid ihr also schuld, wenn ich nicht rechtzeitig fertig werde :-)

Telefonisch bin ich uebrigens bis Montag bei mir zu Hause nicht zu erreichen, da ich ja fuer die naechsten Tage - eigentlich zwecksExperimentauswertung - bei Martin und Meike wohne.
Danach habe ich wahrscheinlic endlich bald einen eigenen Laptop. Auch wenn man sich die hier nach wie vor nicht mieten kann, habe ich einen recht guenstigen Gebrauchtmarkt aufgetan. 85 Euro pro Stueck ist wirklich ein fairer Preis, allerdings will ich mit dem Kauf noch auf meinen chinesischen "Buddy" an der Uni warten. Denn: Bei chinesischer Technik ist definitiv Vorsicht geboten. Nicht nur, dass mein Fahrrad mittlerweile auch ein Pedal verloren hat und kurzzeitig ein plattes Hinterrad hatte (Reparatur gemeinsam 1,50 Euro), auch mit meinem neuen MP3-Player bin ich eher unzufrieden. Das ist eigentlich ein IPod Nano. Sieht zumindest exakt so aus, ist aber viel guenstiger. Auf die Frage im Geschaeft, ob das ein Fake sei, bekam ich die sehr erboste Antwort: "NO! THAT IS NOT FAKE! That is Chinese Brand!" zurueck. Naja, von der Klangqualitaet und der Menue-Fuehrung kann das Geraet dann aber doch nicht mit Apple mithalten. Was aber viel gravierender ist: Als ich den Player an den Computer angeschlossen habe, waren da erst einmal ein paar Würmer und Viren drauf. Jetzt wissen wir also auch, wie die Chinesen unsere Ministerien ausspionieren. Wuerden sich Schaeuble und Co. halt einfach nicht die billigen China-Imitate in ihren Ministerien um die Ohren hauen lassen :-)

Dafuer bin ich mit der Reparatur meines Foto-Apparates restlos zufrieden. Fuer wenig Geld kann ich jetzt wieder Fotos machen. Darum gibt es leider auch noch nicht allzu viele Bilder aus Peking. Auch von der Mitte meiner Reise fehlen einige Fotos, weil die CD nicht sonderlich gut zu lesen war. Vielleicht laesst sich da noch was machen...

So weit, so gut. Ich muss jetzt WIRKLICH Bericht schreiben. Oder doch die 50-Cent Harry Potter DVD angucken? Wir werden sehen...


PS: Ich habe Skorpion gegessen :-)

Und weil ihr alle...




















...so sehnsuechtig auf die Fotos gewartet habt, gibt es hier zusaetzlich eine geballte Ladung von Bildern, die sonst nirgendwo hingepasst haetten:

Sonntag, 2. September 2007

Peking und Kontakt




So, jetzt also Peking.

Ich muss sagen, auf den ersten Blick gefaellt mir die Stadt noch nicht wirklich gut. Sie ist doch recht grossstaedtig-anonym und im Vergleich zu meiner Reise doch reichlich unchinesisch. Westliche Monotonie aus Stahl, Glas und Beton halt irgendwie.
Aber ich bin ja auch erst drei Tage hier, dieser Eindruck wird sich sicherlich noch aendern. Zumal bis jetzt auch viel Organisation auf dem Programm stand. An der Uni bin ich ja jetzt eingeschrieben, mein Einzelzimmer im Wohnheim habe ich auch. Mit der U-Bahn komme ich langsam klar, einen Laptop muss ich mir noch leihen, das wird das naechste Grossprojekt. Offiziell gibt es diesen Service hier naemlich nicht, ich habe aber einfach mal den westlichen Kapitalisten raushaengen lassen. Bin in einen kleinen Computerladen in der Naehe der Uni und habe denen klargemacht, dass ich einen Laptop fuer drei Monate brauche. Frei nach dem Motto: "Ich habe das Geld, ihr treibt mir das irgendwie auf". Mal sehen, ob die mir am Ende ein schoenes Paket zusammengepackt kriegen.

Sonst habe ich mich Technik im Moment nicht so viel Glueck. An meinem neuen Fahrrad ist schon der Sattel kaputt (ok, fuer 1,50 gab es dann aber auch einen neuen), mein Fotoapparat spinnt im Moment auch und macht keine Fotos mehr. Mein Mp3-Player hat jetzt endgueltig seinen Geist aufgegeben, nachdem er schon in Deutschland nen kleinen Wackelkontakt hatte. Alles in allem kommen da also wohl noch ein paar Investitionen auf mich zu. Dennoch sollte genug Geld fuer Tibet uebrig bleiben, da wollen wir naemlich Anfang Oktober fuer eine Woche hinreisen. Da hat ganz China Urlaub, auch die Uni stellt da ihren Betrieb ein. Tibet wird mit Sicherheit grossartig.

Achja, Stichwort Uni: Das ist schon sehr, sehr diszipliniert hier. Habe ein kleines Handbuechlein bekommen, koennte man mit "Der gute Student" uebersetzen. Da stehen lauter Sachen ueber den tugendhaften Studenten drin. Fleiss und Disziplin ist das Motto der Uni. "Eine laute Stimme ist besser als ein stiller Gedanke" ein weiteres Credo. Man sollte bitte stets moralisches Vorbild sein und stets in angemessenem aeusseren Erscheinungsbild ueber den Campus gehen. Wenn man denn ueberhaupt ueber den Campus geht, denn: Der gute Student verbringt seinen Tag mit Lernen und Sport. Es gibt demnach wohl auch (aber nicht fuer uns Auslaender!!) einen monatlichen Fitness-Test. Wer durchfaellt, faehrt nach Hause.

Am besorgniserregendsten finde ich aber, wenn 2000 Erstsemester die ganze Woche in Militaer-Uniform ueber den Campus paradieren und militaerische Uebungen machen. Den ganzen Tag lang. Da bist Du selber auf dem Weg zur Mensa und musst aufpasen, nicht von 150 Marschierern (und dabei schrecklichen Saengern!) ueber den Haufen gerannt zu werden. Sehr seltsam.

Noch ein paar Formalia, naemlich meine Kontaktdaten hier.

Erstens: Ich habe jetzt eine chinesische Handynummer. Da koennt ihr mich drauf anrufen, ABER KEINE SMS schicken. Deutsche SMS kommen naemlich auf chinesischen Handies nicht an. Interessant: Kurzmitteilungen aus Spanien kommen durch. Das hat man nun davon, wenn die eigene Regierung die Chinesen der Daten-Sabotage bezichtigt.
Wer mir also SMS schreiben will, macht das auf meine DEUTSCHE Nummer. Die werde ich aber wohl nur morgens und abends kurz ueberpruefen, tagsueber telefoniere ich dann mit Chinacom. Hier die Nummer: 008613260015944

Zweitens: Wer mich anrufen will, macht das aber am besten bei mir auf dem Zimmer. Das sollte mit der entsprechenden Vorwahl aus Deutschland nicht allzu viel kosten. Abends zwischen 22 Uhr bis 24 Uhr (nach chinesischer Zeit, also in Deutschland 16 bis 18 Uhr) sollte ich eigentlich meistens zu erreichen sein. Nummer: 00861051775054

Zu guter letzt: Wer mir schreiben will, kann das an diese Adresse machen:
Zijing Apartment, Building 22, Room 205, Fabian Wagner.
Tsinghua University, Haidian District, Beijing, China. Post Code: 100084.

So viel fuer den Moment, vielleicht lade ich jetzt auch noch ein paar Fotos hoch.

Bis bald,
Fabian