© M. Yamashita

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Dekadent, Dekadenter, Leben in Peking.

Es gibt Tage, an denen habe ich Angst, nach Deutschland zurueckzukehren. Warum? Weil ich mich hier an einen Lebensstandard gewoehnt habe, der sich als Student zu Hause so nicht aufrechterhalten lassen wird. Putzfrau und Privatlehrerin hatten wir ja schon, es kommt noch einiges dazu: Zum Beispiel das taegliche Taxifahren, mehrmaliges Essengehen pro Woche, wahnsinnig exklusive Clubs zu guenstigen Preisen, deutsches Bier das hier billiger ist als in Deutschland, und, und, und.

Exemplarisch kann man diese Dekadenz ganz gut an den Wellness-Tempeln verdeutlichen. Dort zahlt man einen Fixpreis und darf sich dort dann fuer 24 Stunden aufhalten, Uebernachten inklusive. Das Angebot kann sich sehen lassen: Whirlpools, finnische Sauna, Dampfsauna. Selber abtrocknen ist dort out: Entweder, Du stellst Dich unter die Infrarot-Abtrockenmaschine oder laesst Dich von den Bedienungen abtrocknen. Meine persoenliche Lieblings-Dekadenz sieht aber so aus: Du liegst im Whirlpool, kriegst dabei Bier gereicht. Und auf dem Fernseher im Beckenrand laeuft gerade live Bayern Muenchen gegen Wolfsburg. Ach, Leben kann gut sein!

Wenn Du dann Hunger hast, gehst du einfach ein Stockwerk hoeher und triffst Dich dort mit den Maedels (die Badebereiche sind natuerlich getrennt) zum Abendessen / Fruehstueck / Mittagessen. Buffet ist naemlich inklusive. Was der ganze Spass kostet? Elf Euro fuenfzig, dem schwachen Dollar sei Dank.

Zusaetzlich dazu gibt es weitere Angebote, fuer die man allerdings extra bezahlen muss. Ich habe mir zum Beispiel eine Honig-Kokosmilch-Salz Masage fuer weitere sechs Euro geleistet. Und fuer noch einmal vier Euro habe ich dann eine, nun ja, interessante koerperliche Grenzerfahrung erlebt. Es gab in diesem Wellness-Tempel auch einen kleinen Teich mit vielen, vielen kleinen Fischen darin. Am Anfang habe ich das fuer einen Zierteich gehalten, bis ich das Preisschild neben dem Pool gesehen habe. Cool, habe ich gedacht, Baden mit kleinen Fischen, ist bestimmt lustig. Ich habe dann auch gut gelacht, aber nicht vor Spass, sondern weil es kitzelt. Kaum sass ich naemlich in diesem Teich, stuerzte sich ein Grossteil dieser „niedlichen“ Fische auf meinen Koerper und begann, an mir rumzuknabbern. Ueberall. Wie gesagt: Grenzerfahrung. Nach einer Weile gewoehnt man sich aber daran, dann ist es sogar ganz cool. Einen medizinischen Hintergrund hat das ganze uebrigens auch: Die Fische fressen wohl abgestorbene Hautzellen. Und, was soll ich sagen: es hilft. Ein paar kleine Schuerfwunden (Karneval!) waren danach fast voellig verschwunden. Ich ueberlege ernsthaft, ein paar dieser Fische zu importieren. Man weiss ja nie…

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Wolfsburg okay, aber wieso Bayern... ach ja es ging ja um Dekadenz.